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Auf dieser Seite finden Sie Informationen zum Ablauf des zweiten Ambulanztages.

Autonome Funktionsdiagnostik

Was sollte ich vor der Untersuchung beachten?

Vor der Untersuchung sollten Sie keine Medikamente einnehmen, die sich auf das Herzkreislaufsystem auswirken können. Bitte besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Medikamente dies sind. Außerdem sollten Sie mindestens 6 Stunden vor der Untersuchung nichts mehr essen. Verzichten Sie bitte am Morgen der Untersuchung auf koffeinhaltige Getränke wie Tee, Kaffee und Cola sowie auf Alkohol und Rauchen. Tragen Sie zur Untersuchung bequeme Kleidung und feste Schuhe. Ziehen Sie morgens bitte keine Stützstrümpfe oder Korsagen an, falls Sie diese im Alltag tragen. Sagen Sie die Untersuchung ab, wenn bei Ihnen am Tag eine schwere Infektion, Fieber oder Unterzuckerungen vorliegen.

Wie ist der Untersuchungsablauf?

Herzratenvariabilität

Die Herzratenvariabilität

Messung der Herzratenvariabilität

Zunächst liegen Sie in entspannter Atmosphäre auf dem Kipptisch. Wir registrieren die Kreislaufwerte durch ein automatisches Blutdruckmessgerät und ein EKG. Nachdem sich der Körper an die Ruhebedingungen gewöhnt hat, werden wir Sie bitten, in einem vorgegebenen Rhythmus zu atmen. Hierzu werden Ihnen genaue Anweisungen gegeben. Im Anschluss wird es notwendig sein, durch ein Mundstück möglichst viel Luft auf einmal aus der Lunge zu pressen.

Kipptischuntersuchung

Die Kipptischuntersuchung

Die Kipptischuntersuchung

Im letzten Teil der Untersuchung werden wir Sie zusammen mit dem Kipptisch nach einer erneuten Ruhephase in eine 70° Position aufrichten. Dies geschieht sehr langsam. Währenddessen werden Sie komplett durch Haltegurte gesichert sein. Während der gesamten Untersuchung sollten Sie entspannen und Gespräche auf ein Minimum reduzieren. Natürlich aber möchten Sie bitte sämtliche Änderungen Ihres Befindens (Bspw. Schwindel, Sehstörungen, Schwarz werden vor Augen, Übelkeit, Luftnot, Herzklopfen, Kopf,- Nacken,- oder Oberbauchbeschwerden) dem Untersucher mitteilen. Die Untersuchungsdauer hängt einerseits von der bei Ihnen vermuteten Kreislaufstörung ab. Zum anderen richtet sich die Untersuchungszeit nach den von Ihnen geäußerten Beschwerden. Die maximale Untersuchungsdauer beträgt 45 Minuten in aufrechter Position. Ansonsten wird die Untersuchung beendet, wenn die Symptome unerträglich stark werden beziehungsweise eine Bewusstlosigkeit auftritt.

Sympathische Hautantwort

Die Sympathische Hautantwort

Messung der Sympathischen Hautantwort

Bei der sympathische Hautantwort wird die Veränderung des Hautwiderstandes in Antwort auf einen plötzlichen Stimulus gemessen. Dabei wird die Reaktion mittels an Händen und Füssen angebrachter Elektroden aufgezeichnet, während Sie möglichst entspannt auf einer Untersuchungsliege liegen.

Funktionelle Dopplersonographie

Die Funktionelle Dopplersonographie

Die Funktionelle Dopplersonographie

Selten können die im Stehen auftretenden Beschwerden wie Schwindel oder Benommenheit Ausdruck einer gestörten Blutfluss-Regulation der Hirngefässe sein. 

Die transkranielle Dopplersonographie ermöglicht es uns, während der Kipptischuntersuchung die Hirndurchblutung, Blutflussgeschwindigkeit in den Hirnarterien zu erfassen und diese mit dem Verhalten des Blutdrucks und des Pulses zu vergleichen. Die Doppler-Sonden befinden sich dabei an einer um den Kopf geführten Halterung.

Quantitative Sensorische Testung (QST)

Quantitative Sensorische Testung (QST)

Mittels QST kann die Funktion der dünnen Nervenfasern (sog. Small Fibers) untersucht werden, welche insbesondere für die Wahrnehmung von Schmerz- und Temperatur sowie die Steuerung autonomer Funktionen verantwortlich sind. Diese lassen sich durch andere elektrophysiologische Verfahren wie beispielsweise durch Messung der Nervenleitgeschwindigkeit oder somatosensorisch evozierte Potentiale (SEP) nicht erfassen. Die Untersuchung dauert ca. 45-60 Minuten und ist nicht invasiv. Durch gezielte Temperaturreize und mechanische Reize (z.B. durch Berührung mit einem Wattebausch oder Pinsel) können Wahrnehmung- und Schmerzschwellen erfasst werden und somit ein gestörtes Temperatur- oder Schmerzempfinden erfasst werden, etwa bedingt durch den Untergang der kleinen Nervenfasern. Die Untersuchung gibt Auskunft über die Funktion des somatosensorischen Systems, also der Gefühlsnerven – von der Funktion der Nervenfasern in den Geweben des Körpers bis zu deren Projektionswegen ins Gehirn. Die QST kann aufzeigen, welche Arten von Nervenfasern geschädigt sind und ob diese Schädigung eher im Gewebe oder zentral in Rückenmark oder Gehirn liegt. Die Untersuchung erfolgt standardisiert nach dem Protokoll des Deutschen Forschungsverbunds Neuropathischer Schmerz (DFNS) in Zusammenarbeit mit der Klinik für Palliativmedizin unter Leitung von Prof. Rolke.

Literatur:
Mücke M, Cuhls H, Radbruch L, Baron R, Maier C, Tölle T, Treede RD, Rolke R. Quantitative Sensorische Testung. Schmerz. 2014 Dec;28:635-646.

Bestimmung von Noradrenalin im Liegen und Stehen

Bestimmung von Noradrenalin im Liegen und Stehen

Einige Kreislaufstörungen weisen Veränderungen der Noradrenalinwerte beim Vergleich zwischen Liegen und nach 10-minütiger Stehzeit auf. So sind die Noradrenalinwerte beim sog. hyperadrenergen POTS im Stehen um >600pg/nl erhöht, wohingegen sie bei anderen Formen des POTS oder einer neuropathischen Orthostatischen Hypotonie häufig nicht oder nur sehr gering ansteigen. Daher untersuchen wir Noradrenalin bei besonderen Fragestellungen im Liegen und nach 10-minütiger Stehzeit. Die Blutabnahme erfolgt unter standardisierten Bedingungen (nüchtern ohne Medikation oder vorherigen Alkohol/Koffeinkonsum). Hierzu wird die Vene im Liegen punktiert und nach der ersten Blutabnahme erfolgt eine Spülung der Kanüle mit Kochsalz, sodass die Kanüle in der Vene verweilen kann und für die zweite Blutentnahme in der Regel keine erneute Venenpunktion notwendig ist. Die Untersuchung dauert ca. 15-30 Minuten.